Der Sandbag steht immer noch da

Heute ist mir wieder etwas aufgefallen.

Mein Sandbag steht keine drei Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt. Im Laufe eines Tages laufe ich vermutlich 20 oder 30 Mal daran vorbei.

Jedes Mal weiß ich genau, dass es mir guttun würde, einfach kurz anzufangen. Fünf Minuten. Zehn Kniebeugen. Ein paar Übungen für den Rücken. Nichts Großes.

Und trotzdem finde ich erstaunlich viele Gründe, es genau jetzt nicht zu tun.

Erst noch diese E-Mail beantworten. Noch schnell etwas fertig machen. Gleich nach dem Telefonat. Später am Nachmittag. Morgen ist auch noch ein Tag.

Das Interessante daran: Es fehlt weder an Wissen noch an Möglichkeiten. Das Sandbag ist da. Die Zeit wäre meistens auch da. Und ich weiß genau, dass ich mich danach besser fühlen würde.

Trotzdem gewinnt oft die Bequemlichkeit.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung. Nicht darin, die perfekte Trainingsmethode zu finden oder sich für ein Fitnessstudio anzumelden. Sondern darin, kleine Routinen zu entwickeln und sie konsequent in den Alltag einzubauen.

Gesundheit entsteht selten durch einzelne Heldentaten. Sie entsteht durch Dinge, die man immer wieder tut – auch an Tagen, an denen man eigentlich keine Lust hat.

Der Sandbag steht jedenfalls morgen noch an derselben Stelle.

Die Frage ist nur, ob ich wieder 30 Mal daran vorbeilaufe oder ob ich ihn endlich in die Hand nehme.

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