Wenn ich ehrlich bin, hat das Ganze mit einer Smartwatch angefangen.
Nicht mit einem großen Gesundheitsplan. Nicht mit einem Vorsatz zum Jahreswechsel. Nicht mit einem dramatischen Arztbesuch.
Sondern mit meiner ersten Smartwatch, die tatsächlich länger als 24 Stunden durchgehalten hat.
Eigentlich hatte ich sie damals fürs Golfspielen gekauft.
Doch schon nach kurzer Zeit fing sie an, mich regelmäßig zu nerven.
„Du solltest mehr schlafen.“
„Du solltest früher ins Bett gehen.“
„Mehr Erholung wäre gut für deinen Kreislauf.“
„Deine Schlafqualität könnte besser sein.“
Und so weiter.
Irgendwann dachte ich mir:
Warum eigentlich nicht?
Gesünder werden durch Schlafen klingt nach einer Aufgabe, die sogar ich hinbekomme.
Also habe ich versucht, die Empfehlungen so gut wie möglich umzusetzen.
Und tatsächlich: Heute ist meine Uhr zu etwa 90 % zufrieden mit meinem Schlafverhalten. Und ich muss zugeben, ich selbst auch.
Schlaf – Check.
Parallel dazu gab es aber noch ein anderes Thema.
Mein Bauchgefühl sagte mir schon länger, dass meine Ernährung vermutlich nicht ganz optimal ist.
Meine Freunde werden wahrscheinlich bestätigen, dass mein Schokoladenkonsum stellenweise legendär ist.
Mein Obst- und Salatkonsum hingegen … nun ja … sagen wir diplomatisch: ausbaufähig.
Ja, ich weiß. Schlechter geht auch noch.
Aber trotzdem hatte ich dieses Gefühl, dass da etwas nicht ganz rund läuft.
Also habe ich hier und da mal versucht gegenzusteuern. Ein Mittelchen dort, ein Nahrungsergänzungsmittel hier. Meist eher punktuell und ehrlich gesagt oft mehr fürs gute Gewissen als aus echter Überzeugung.
Irgendwann habe ich dann intensivere Gespräche geführt, angefangen mich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen und dabei ziemlich schnell Blut geleckt.
Je mehr ich gelernt habe, desto spannender wurde es.
Und am Ende stellte sich heraus:
Mein Gefühl hatte gar nicht so unrecht.
Nichts Dramatisches. Nichts Katastrophales.
Aber in einigen Bereichen eben auch nicht besonders gut.
Calcium zum Beispiel war bei mir nie wirklich ein Thema. Dafür gab es vermutlich über die Jahre genügend gesüßte Milchprodukte.
Andere Bereiche sahen weniger überzeugend aus.
Also stand irgendwann die Frage im Raum:
Was jetzt?
Das Problem war nicht das Wissen.
Ich verstand mittlerweile ziemlich gut, was mein Körper braucht und warum bestimmte Dinge wichtig sind.
Das eigentliche Problem war viel einfacher:
Ich bin bequem.
Mal hier und da eine Tablette?
Kein Problem.
Aber morgens eine Handvoll Kapseln, mittags noch etwas, abends wieder etwas anderes?
Nein.
Dafür bin ich einfach zu faul.
Also habe ich nach einer Lösung gesucht, die zu mir passt.
Nicht nach der perfekten Lösung.
Nicht nach der wissenschaftlich maximal optimierten Lösung.
Sondern nach einer Lösung, die ich tatsächlich jeden Tag durchziehe.
Einer Art Drei-Minuten-Lösung.
Und irgendwann habe ich sie gefunden.
Deshalb sieht mein aktueller Zwischenstand ungefähr so aus:
Schlaf – Check.
Ernährung – Check.
Und nun wartet die vermutlich schwierigste Baustelle auf mich:
Sport.
Denn seien wir ehrlich: Für einen selbsternannten „faulen Sack“ ist das wahrscheinlich die größte Herausforderung von allen.
Beim Schlafen musste ich früher ins Bett gehen.
Bei der Ernährung musste ich eine Lösung finden, die einfach genug ist, damit ich sie dauerhaft durchziehe.
Beim Sport muss ich plötzlich Dinge tun. Regelmäßig. Freiwillig. Und dabei möglicherweise sogar schwitzen.
Das klingt schon deutlich anspruchsvoller.
Deshalb befürchte ich, dass ich hier etwas mehr Zeit investieren muss als bei den anderen Themen.
Aber das Schöne ist:
Ich muss kaum noch über meine anderen Routinen nachdenken.
Der Schlaf läuft inzwischen fast automatisch.
Die Ernährung ebenfalls.
Nicht perfekt. Aber gut genug, dass ich nicht jeden Tag neu darüber diskutieren muss.
Sie sind einfach Teil meines Alltags geworden.
Und genau das fasziniert mich an Routinen.
Am Anfang kosten sie Energie.
Man muss daran denken.
Man muss sich motivieren.
Man muss sich selbst austricksen.
Und irgendwann merkt man, dass man sie einfach macht.
Ohne groß darüber nachzudenken.
Fast wie im Schlaf.
Vielleicht ist genau das das eigentliche Ziel.
Nicht die perfekte Lösung.
Sondern eine Lösung, die so selbstverständlich wird, dass sie einfach zum Leben dazugehört.
Mal sehen, ob ich das beim Thema Sport auch hinbekomme.
